Cameron Highlands – Tee, Erdbeeren und Wanderwege mitten in der Nebeldecke

Dass es auf der Reise durch Malaysia auch mal richtig kalt werden könnte, das hatte ich zum Glück bereits bedacht. Auf der Route stand ein Abstecher in das höchstgelegene, zugängliche Gebiet in Malaysia: den Cameron Highlands. Mit dem Bus fuhren wir von Pengang / George Town nach Tanah Rata, dem Zentrum in den Cameron Highlands.

Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr Gewächshäuser drängten sich von der Strassenseite bis über die Hügel an beiden Seiten. Auch wenn das Gebiet etwas abgelegen zu liegen scheint, konnte man bei der Fahrt dorthin bereits sehen, welch intensives Treiben sich dort hoch oben abspielt. Zum einen wegen dem Wetter, zum anderen wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung.

Boh Tea Plantations, Cameron Highlands, MalaysiaWir entschieden einen Ausflug mit einem Geländewagen zu machen. Wir durchfuhren die größte Tee-Plantage in Malaysia, die BOH Tea Plantation. Teepflanzen soweit das Auge reicht. In saftigem Grün und unter einer Schicht aus Nebel und Nieselregen. Nicht unerwartet fing es heftig an zu regnen. Es war ein ohrenbetäubendes Geräusch.

Irgendwie furchtaufregend, irgendwie aber auch aufregend.

Wir waren auf ca. 2.000 m Höhe am zweithöchsten Berg der Region, dem Gunung Brinchang. Leider blieb mir ein Blick aus dem Aussichtsturm verwehrt. Den Grund verrät der Name dieser Klimaregion: Cloud Forest. erwartet einen entweder eine traumhafte Fernsicht oder – wie in meinem Fall – Blick in die wenige Meter entfernte Nebelwand. Es war auch so ein tolles Abenteuer. Vollkommen anders, als die Aufenthalte in Thailand.

Unser Fahrer ist in der Region aufgewachsen und hatte eine angenehm-ruhige Ausstrahlung. Daher brachte mich bei der Fahrt hinunter weder die seitlich am Strassenrand entstandenen sintflutartigen Sturzbäche, noch die auf meiner Seite aufgesprungene Wagentüre in ernsthafte Zweifel, ob dieser Trip vielleicht doch keine gute Idee gewesen sein könnte.

Jungle Walk No5, Cameron Highlands, MalaysiaBoh Tea Plantations, Cameron Highlands, Malaysia

 

Wir wollten uns aber nicht nur mit einer Jeep-Fahrt begnügen, sondern auch einen der Wanderwege nutzen. Wie oft würde ich schon die Gelegenheit bekommen an meinen Geburtstag einen richtigen Jungle Walk zu meistern! Auf dem Junge Walk No 5 ging es durch den Dschungel.

Das Wort „wandern“ ist etwas zu harmlos-beschwinglich für das, was einen dort erwartete.

Gleich zu Beginn blieb ich mit einem Schuh im Matsch stecken, dafür war ich ab diesem Zeitpunkt für alles weitere auf Alarmbereitschaft geschaltet. Phasenweise hatte ich das Gefühl, dass wir über große unförmige Wurzelberge hinaufkletterten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ging es quer durch viel Dickicht, extrem hohe Bäume und entlang einer recht gut ausgeschriebenen Route. Ein Guide ist nicht zwingend notwendig. Es lohnt sich einen solchen Jungle Walk zu machen!

Strawberry Farm, Cameron Highlands, MalaysiaIndian Food, Cameron Highlands, Malaysia

 

Die schönste Belohnung ist: gutes Essen. Und davon gab es in den Cameron Highlands mehr als man auf den ersten Blick vermutet. Am ersten Abend waren wir in einem Hot Pot Lokal. Der Name verrät es: es handelt sich um eine Art Fondue. Übrigens ist Hot Pot in vielen Ländern Asiens sehr beliebt.

Man wählt verschiedenste Zutaten, wie Fleisch, Fisch oder Gemüse. Ebenso wählt man ein oder zwei Brühen und tunkt dann die kleingeschnittenen Zutaten so lange wie notwendig in die heissen Flüssigkeiten. Unterschiedliche Kräuter stehen bereit. Ebenso wie Eier, die gekonnt in die Brühe gemischt werden, um daraus Eiflocken entstehen zu lassen.

Ist uns nicht gelungen. Dafür hatten wir eine interessante Ei-Brühe zustande gebracht – es war geschmacklich dennoch mehr als vertretbar. Leider gibt es dazu kein einziges scharfes Foto. Dafür habe ich eines von einem Besuch in einem indischen Restaurant. Serviert wurden die gewählten Speisen auf einem Bananenblatt. Es war nicht nur ein schöner Anblick, auch geschmacklich war ich begeistert. Zumal der Anblick der Speisen-Vitrine nicht unbedingt Gutes verheissen mochte.

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Da die Cameron Highlands nicht nur für den Tee-Anbau bekannt sind, sondern auch für den Anbau von Erdbeeren, wollten wir auch diese kosten. Ich war wohl wieder mit fotographieren beschäftigt, kam daher später zu der Bestelltheke. Leider bekam ich nichts mehr, denn die Antwort lautete:

Wir haben leider keine Erdbeeren mehr.

Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen. Es war kurios, da wir uns mitten in einem Erdbeer-Anbaugebiet befanden und umring waren von Erdbeeren. Aber diese müssen eben erst mal in den Laden kommen…