Khao Sok National Park – künstliche Schönheit

Um in Thailand Naturschönheiten zu finden, muss man nicht lange suchen. Der Khao Sok National Park zählt sicherlich zu den schönsten Orten, die ich bisher sehen konnte. Das allerschönste dabei: ich hatte zuvor keine Erwartungen, da ich die Reise nicht selbst geplant hatte und mich aufgrund der Kurzfristigkeit nicht mit diesem Ort befasst hatte. Das entspricht so gar nicht meinem Naturell, aber es sollte sich als positiv herausstellen.

Von Koh Samui nahmen wir die Fähre nach Surat Thani. Von dort ging es etwas über eine Stunde mit dem Bus weiter zum Ratchaprabha Pier. Das ist die Anlegestelle für Boote, die auf dem Cheow Lan Lake fahren. Dieser See ist ein Teil des Khao Sok National Parks.

Khao Sok Nationalpark

Wir setzten uns in eines der zahlreichen Ruea Hang Yao, die am Pier anlegten. Es handelt sich dabei um ein Langboot, das man sehr häufig in Asien sieht. Nach kurzer Fahrt konnte man in Fahrtrichtung auf der linken Seite den Ratchaprabha Staudamm erkennen. Ich war erstaunt zu erfahren, dass es sich beim Cheow Lan Lake um einen künstlichen See inmitten des Khao Sok National Parks handelt. Erst vor wenigen Jahrzehnten ist er durch Flutung entstanden. Ich hatte stellenweise den Eindruck, dass wir gen offenes Meer unterwegs sind, aber es handelt sich tatsächlich um einen riesengroßen See.

Khao Sok Nationalpark

Dass das Gebiet geflutet wurde, darauf lassen die punktuell aus dem Wasser ragenden Bäume schließen. Eine unwirkliche Gegend. Einerseits sind da die massiven, von Erosion verformten und verfärbten Kalksteinberge, die aus dem Wasser ragen. Andererseits sind wir auf der Fahrt von unendlich viel klarem Wasser umgeben.

Wenn man aufgrund des Fahrtwindes nicht gerade wieder die Augen verschliessen muss, dann sieht man das grüne Dickicht an Bäumen.

An manchen Stellen erahnt man nur, wohin verschlungene Pfade weiterführen könnten.

Auf unserer, eigentlich gar nicht so langen Fahrt, schlug das Wetter gefühlt zigmal um. Es regnete, dann schien wieder die Sonne erbarmungslos. Als wenn uns die Natur all ihre Facetten zeigen wollte. Es sollte uns recht sein.

Khao Sok Nationalpark

Erinnern kann ich mich noch an die lauten Motorengeräusche des Bootes. Abgesehen davon war die Gegend sehr ruhig. Man sah nur sehr vereinzelt Boote. Üblicherweise gelangt man im Rahmen einer organisierten Tour über den See in eine der schwimmenden Unterkünfte. Dennoch war – im Gegensatz zu Koh Samui – von Massentourismus weit und breit nichts zu sehen.

Jene „floating bungalow”-Anlage, an der wir hielten, bot ein Restaurant mit einer großen Außenterrasse. Ein Teil unserer Gruppe versuchte sich bei Sprüngen vom Holz-Sprungturm selbst zu übertreffen. Andere fuhren Kajak.

Khao Sok Nationalpark

Es war geradezu idyllisch ruhig – abgesehen vom Geklatsche, wenn wieder mal ein Kunstsprung geglückt war. Nach uns kam eine zweite Gruppe. Drei oder vier Personen wollten sich eine kleine Kajak-Tour auch nicht entgehen lassen. Nachdem sie allerdings nach längerer Zeit nicht noch nicht zurück waren, wurde einer der Mitarbeiter auf der Anlage unruhig. Er und ein weiterer Einheimischer machten sich auf den Weg sie zu suchen.

Und tatsächlich. Es gab einen Zwischenfall. Den genauen Ablauf hatte ich nicht mitbekommen, aber ohne die Hilfe der beiden hätten die Kajak-Fahrer nicht so leicht aus ihrer Situation herauskommen können. Sie waren den Tränen nahe. Wir hatten alle Gänsehaut und wussten nur, dass sie offenbar in größeren Schwierigkeiten gewesen sein mussten. Ein Glück, dass der Mitarbeiter so aufmerksam war und richtig reagiert hat.

Khao Sok Nationalpark

Ich hätte dort noch eine ganze Weile verbringen können. Leider war keine Übernachtung geplant, da diese Tour nur als Tagesausflug konzipiert war. Ich konnte einen kurzen Blick in eine der Anlagen werfen. Es war sauber und mit dem Notwendigsten ausgestattet. Es gibt sicherlich luxuriösere Anlagen, aber darum geht es ja nicht. Genau das „Bodenständige“, Naturbelassene fand ich so anziehend. So fiel der Kontrast zu der schönen, stillen Natur nicht zu groß aus. Da ich inmitten von Bergen aufgewachsen bin, kann ich mich gerade für diese Gegend besonders begeistern. Wer im Süden von Thailand unterwegs ist, sollte dem Khao Sok National Park unbedingt einen Besuch abstatten und auch ein oder zwei Nächte dort verbringen.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich wenig Vorwissen und somit keine Erwartungen hatte. So hatte ich ein Wow-Erlebnis nach dem anderen und wunderschöne Eindrücke.