Koh Samui – Massentourismus verdrängt Paradies?

Ich freue mich immer wieder aufs Neue, Orte zu sehen, von denen ich zuvor schon so viel gehört oder gelesen hatte. So war es auch bei Koh Samui. Es ist eine von zahlreichen Inseln, die vor dem Festland im Golf von Thailand liegen. Aber immerhin handelt es sich um die zweitgrößte thailändische Insel. Sie ist über einen Flughafen wie auch über Fährverbindungen gut erreichbar.

Wer den Weg über das Meer wählt, sollte etwas Zeit mitbringen. Ich bin von Bangkok mit dem Nachtzug zum Bahnhof Surat Thani gefahren. Von dort ging es mit einem Bus zum Hafen von Surat Thani. Die Überfahrt nach Koh Samui dauerte ca. 1,5 h Stunden.

 

Seatran Ferry, Ko Samui Thailand

Koh Samui – Chaweng Beach

Koh Samui ist schon länger als beliebtes Reiseziel bekannt. Das liegt unter anderem an den verhältnismäßig günstigen Lebensmittelkosten, wie auch den preiswerten Unterkünften. Es liegt aber auch an der wunderschönen Natur und den wunderschönen Stränden. Im Gespräch mit Einheimischen wurde mir aber die Kehrseite des Tourismus (wieder mal) bewusst. Begeisterung über die Touristen sieht anders aus. Viel schöner war es noch vor einigen Jahren, erzählte mir eine Masseurin, während einer ihrer Kollegen ihr nickend zustimmte. Es gab weit mehr Pflanzen und die Strände waren nicht so bebaut wie es heute der Fall ist. Diese Erzählung kam mir von anderen Reisen durchaus bekannt vor. Einerseits profitieren wir davon, andererseits macht sich schlechtes Gewissen breit.

Chaweng Beach ist einer der bekanntesten Küstenabschnitte auf Koh Samui. Zwar empfand ich es nicht als paradiesisch, aber doch sehr schön und sauber. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich auch später in Bali gewonnen: die Natur, die die Touristen anzieht, wird aufgrund des Tourismus verändert und leider all zu oft zerstört. Eigentlich eine völlig irrsinnige Entwicklung. Kein Wunder, dass Themen wie Öko-Tourismus und Geo-Tourismus an Bedeutung und Nachfrage gewinnen.

Chaweng Beach, Koh Samui/Thailand

Für die zahlreichen Wassersport-Aktivitäten konnte ich mich aufgrund einer fiesen Erkältung nicht begeistern. Statt dessen entschied ich mich für eine Massage. Üblicherweise muss man diese nicht erst suchen. An freundliche Damen, die „Massage, Massage“ rufen, gewöhnt man sich früher oder später. Eine Massage am Strand hat natürlich auch etwas Besonderes an sich. Nachdem ich mich im Muang Samui Spa Resort erfrischt hatte, lag es auf der Hand deren Spa zu nutzen.

 

Muang Samui Spa Resort, Koh Samui/Thailand

 

Ich buchte ein komplettes Paket inklusive Öl-Massage, Body-Scrup und Steamroom. Eine Massage am Strand wäre deutlich günstiger gewesen. Allerdings war das Paket im Vergleich zu selbigen Dienstleistung in Österreich so viel günstiger, dass ich es unbedingt nutzen wollte. Da ich spontan buchte, musste ich etwas warten. Um die Zeit zu überbrücken, durfte ich auch den Outdoor-Pool mit Blick auf das Meer genießen. Die Anlage des Hotels selbst ist sehr gepflegt und man kann wunderbar entspannen.

 

Muang Samui Spa Resort, Koh Samui/Thailand

Muang Samui Spa Resort, Koh Samui/Thailand

 

Es gibt zahlreiche Dinge, die man auf Koh Samui machen kann. Unser Fokus lag definitiv auf Essen und Spa 😉 Aber auch einen Ausflug auf in den Khao Sok Nationalpark konnte ich mir nicht entgehen lassen. In der Gruppe unterwegs zu sein, hat seine schöne Seite. Allerdings hatte ich nicht zuletzt deswegen wenig Kontakt mit den Einheimischen. Die wenigen Gespräche zeigten mir, dass der Tourismus eher als ein notwendiges Übel als eine willkommenes Geschenk gesehen wird. Mein Reiseverhalten hat sich seit dem etwas verändert. Zumindest hat es mich nachdenklich gemacht.